Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr – sie ist ein Entscheidungskriterium bei der Jobwahl. Bewerberinnen und Bewerber, insbesondere unter 35, fragen in Vorstellungsgesprächen nach der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Sie recherchieren ESG-Berichte, bevor sie sich bewerben. Und sie lehnen Angebote ab, wenn das Unternehmen keine glaubwürdige Haltung zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung zeigt. Wer ESG und Employer Branding getrennt denkt, verschenkt einen der wirksamsten Hebel im Recruiting. Die strategischen Grundlagen dafür beschreibt unser Beitrag zu Employer Branding in Österreich.
RAFFEINER REPUTATION verbindet ESG-Expertise mit strategischer Kommunikation – eine Kombination, die am österreichischen Agenturmarkt selten ist. Silva Leschner, Agenturleiterin bei RAFFEINER REPUTATION, ist ISO-zertifizierte ESG-Expertin (zertifiziert über Business Circle, designed by KPMG und Baker McKenzie Austria, September 2025). Diese Fachkompetenz fließt direkt in die Beratung ein: nicht als aufgesetzte Nachhaltigkeitskommunikation, sondern als fundierte strategische Arbeit an der Schnittstelle von ESG-Performance und Markenpositionierung.
Warum ESG die Arbeitgebermarke beeinflusst
Die Verbindung zwischen ESG und Employer Branding ist kein Marketing-Trend – sie ist empirisch belegt. Branchenbeobachtungen und Erfahrungsberichte zeigen, dass Nachhaltigkeitskriterien bei der Arbeitgeberwahl an Bedeutung gewinnen, und zwar über alle Altersgruppen hinweg, mit besonderer Ausprägung bei Personen unter 40.
Das hat mehrere Gründe:
Hintergrundinformationen dazu veröffentlicht APA - Austria Presse Agentur.
Wertepassung: Menschen wollen für Unternehmen arbeiten, deren Werte sie teilen. Nachhaltigkeit ist für viele ein Kernwert geworden – wer in einem Unternehmen arbeitet, das ökologisch oder sozial fragwürdig agiert, empfindet das als Widerspruch zur eigenen Identität.
Zukunftsfähigkeit: ESG-Performance wird als Indikator für die langfristige Überlebensfähigkeit eines Unternehmens gelesen. Wer Umwelt- und Sozialrisiken ernst nimmt, gilt als besser vorbereitet auf regulatorische Veränderungen, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichen Wandel. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: sicherer Arbeitsplatz.
Sinnstiftung: Der Wunsch nach sinnvoller Arbeit ist keine Generationenfrage – aber er hat sich verstärkt. ESG gibt Unternehmen die Möglichkeit, einen konkreten Beitrag sichtbar zu machen. Nicht abstrakt, sondern messbar: CO2-Reduktion, Diversitätskennzahlen, Lieferkettenstandards.
Was Bewerber wirklich prüfen
Die Zeiten, in denen ein „Wir pflanzen Bäume”-Banner auf der Karriereseite reichte, sind vorbei. Informierte Bewerberinnen und Bewerber schauen genauer hin:
Informierte Bewerberinnen und Bewerber schauen genauer hin:
ESG-Bericht: Gibt es einen? Ist er nach anerkannten Standards erstellt (GRI, ESRS)? Werden konkrete Ziele und Maßnahmen genannt? Oder ist es ein Hochglanz-Dokument ohne Substanz?
Glassdoor und Kununu: Was sagen aktuelle und ehemalige Mitarbeitende über die Unternehmenskultur? Gibt es Hinweise auf Diskrepanzen zwischen der öffentlichen Nachhaltigkeitskommunikation und der gelebten Realität?
Medienberichte: Wurde das Unternehmen wegen Umwelt- oder Sozialverstößen kritisiert? Wie hat es reagiert?
LinkedIn: Wie kommunizieren Führungskräfte über Nachhaltigkeitsthemen? Authentisch oder opportunistisch?
Unternehmen, die ESG als Employer-Branding-Instrument nutzen wollen, müssen diese Prüfung bestehen. Das setzt voraus, dass die ESG-Performance real ist – nicht nur kommuniziert.
Greenwashing erkennen und vermeiden
Das größte Risiko an der Schnittstelle von ESG und Employer Branding ist Greenwashing – also die übertriebene oder irreführende Darstellung von Nachhaltigkeitsleistungen. Greenwashing schadet der Arbeitgebermarke doppelt: Es verprellt die Bewerberinnen und Bewerber, die ESG ernst nehmen, und es zieht jene an, die sich nicht informieren – keine gute Basis für eine wertorientierte Unternehmenskultur.
Typische Greenwashing-Muster in der Arbeitgeberkommunikation:
- Symbolhandlungen groß inszenieren: Der Obstkorb wird zur Nachhaltigkeitsinitiative, die Baumpflanzaktion zum Klimaprogramm. Solche Maßnahmen sind nicht schlecht – aber sie als ESG-Strategie darzustellen, ist unglaubwürdig.
- Zahlen ohne Kontext: „Wir haben unseren CO2-Ausstoß um 30 Prozent reduziert” klingt beeindruckend – aber gegenüber welchem Basisjahr? Und was ist mit Scope-3-Emissionen?
- Zertifikate sammeln statt handeln: Zertifizierungen sind wichtig, aber sie ersetzen keine Strategie. Ein Unternehmen, das fünf Siegel auf der Website hat, aber keine konkreten ESG-Ziele nennen kann, hat ein Problem.
- Soziales ignorieren: ESG besteht aus drei Buchstaben. Viele Unternehmen konzentrieren sich auf das E (Environmental) und vergessen S (Social) und G (Governance). Faire Löhne, Diversität, Arbeitsbedingungen, Lieferkettenstandards – das ist mindestens so wichtig wie der CO2-Fußabdruck.
ESG glaubwürdig kommunizieren – fünf Prinzipien
1. Substanz vor Kommunikation. Erst die ESG-Strategie, dann die Kommunikation. Nicht umgekehrt. Wer noch keine belastbaren Ziele und Maßnahmen hat, sollte zuerst daran arbeiten – nicht an der Karriereseite.
2. Konkret statt vage. Nicht „Wir setzen uns für Nachhaltigkeit ein”, sondern „Wir haben unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen seit 2022 um X Prozent reduziert, unser Ziel für 2028 ist Y.” Konkrete Zahlen, konkrete Maßnahmen, konkrete Zeitrahmen.
Ergänzend dazu informiert Der Standard.
3. Ehrlich über Lücken. Kein Unternehmen ist in allen ESG-Bereichen perfekt. Das offen zu benennen, stärkt die Glaubwürdigkeit mehr als eine polierte Fassade. „In diesem Bereich haben wir noch Handlungsbedarf” ist kein Schwächezeichen – es ist ein Zeichen von Reife.
4. Mitarbeitende einbeziehen. Die glaubwürdigsten ESG-Botschaften kommen nicht von der Kommunikationsabteilung, sondern von Mitarbeitenden, die ESG-Projekte umsetzen. Employee Advocacy – Mitarbeitende, die auf LinkedIn über ihre Arbeit sprechen – ist wirksamer als jede Hochglanzbroschüre.
5. Regelmäßig berichten. ESG-Kommunikation ist keine einmalige Kampagne. Es ist ein fortlaufender Prozess, der regelmäßig über Fortschritte, Rückschläge und nächste Schritte informiert. Wie Nachhaltigkeitskommunikation ESG-Leistungen sichtbar macht, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag. Der jährliche ESG-Bericht ist das Minimum; quartalsweise Updates (Newsletter, LinkedIn-Beiträge, Blog) sind besser.
Die Schnittstelle: ESG-Expertise trifft Markenkommunikation
Was RAFFEINER REPUTATION an dieser Schnittstelle besonders macht: Die Agentur verbindet echte ESG-Fachkompetenz mit strategischer Kommunikationserfahrung. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung, ESG nicht als Trend zu behandeln, sondern als festen Bestandteil der Beratungsexpertise aufzubauen.
In der Praxis bedeutet das: RAFFEINER REPUTATION berät nicht nur, wie ESG kommuniziert wird, sondern prüft auch, ob die Substanz für eine glaubwürdige Kommunikation vorhanden ist. Wenn nicht, wird zuerst an der Substanz gearbeitet – auch wenn das bedeutet, dass die Kommunikationskampagne warten muss.
Dieser Ansatz ist unbequemer als eine Agentur, die einfach macht, was der Kunde will. Aber er führt zu Ergebnissen, die langfristig halten – weil sie auf Fakten basieren, nicht auf Wunschdenken.
Der jährliche ESG-Bericht ist das Minimum; quartalsweise Updates (Newsletter, LinkedIn-Beiträge, Blog) sind besser.
Vertiefen Sie das Thema: Employer Branding in Österreich, CEO als Arbeitgebermarke sowie Employer Branding für KMU: Fachkräfte finden.
Was Unternehmen jetzt tun können
Wer ESG als Arbeitgebermarken-Faktor nutzen will, braucht keinen Zehn-Jahres-Plan. Es gibt Sofortmaßnahmen, die schnell Wirkung zeigen:
- ESG-Status ehrlich erheben: Wo steht das Unternehmen in den Bereichen E, S und G? Was wird bereits getan? Was fehlt?
- Karriereseite aktualisieren: Konkrete ESG-Informationen auf die Karriereseite bringen – nicht als Marketingtext, sondern als Faktenblatt.
- LinkedIn-Kommunikation starten: Führungskräfte posten regelmäßig über ESG-Themen – Fortschritte, Herausforderungen, Learnings.
- Mitarbeitende befragen: Was wünschen sich die aktuellen Mitarbeitenden in Sachen Nachhaltigkeit? Die Ergebnisse in die Strategie einfließen lassen.
- ESG in Stellenanzeigen integrieren: Nicht als Floskel, sondern als konkreter Bestandteil – welche Rolle spielt die Position in der ESG-Strategie des Unternehmens?
Häufige Fragen
Ist ESG wirklich ein Entscheidungskriterium bei der Jobwahl?
Ja, und zwar zunehmend. Erfahrungsberichte aus dem DACH-Raum deuten darauf hin, dass Nachhaltigkeitsengagement für einen wachsenden Anteil der Bewerberinnen und Bewerber ein Faktor bei der Arbeitgeberwahl ist – mit steigender Tendenz. Besonders ausgeprägt ist das bei Personen mit Hochschulabschluss und bei Berufseinsteigern.
Müssen kleine Unternehmen auch ESG kommunizieren?
Nicht im selben Umfang wie Großunternehmen, die unter die CSRD-Berichtspflicht fallen. Aber auch kleine Unternehmen profitieren davon, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen sichtbar zu machen – gerade weil sie im Wettbewerb um Fachkräfte oft gegen größere Arbeitgeber bestehen müssen. Ein ehrlicher Absatz auf der Karriereseite kann mehr bewirken als ein aufwendiger Nachhaltigkeitsbericht.
Was ist der Unterschied zwischen ESG-Berichterstattung und ESG-Kommunikation?
ESG-Berichterstattung ist die formale, oft regulatorisch vorgeschriebene Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten (ESRS, GRI). ESG-Kommunikation ist die strategische Vermittlung dieser Inhalte an verschiedene Zielgruppen – Mitarbeitende, Bewerber, Kunden, Öffentlichkeit. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe. Der Bericht liefert die Substanz, die Kommunikation macht sie zugänglich.
Kann ESG-Kommunikation nach hinten losgehen?
Ja, wenn sie unglaubwürdig ist. Greenwashing-Vorwürfe schaden der Arbeitgebermarke mehr als Schweigen. Deshalb gilt: Nur kommunizieren, was belastbar ist. Lieber wenig und glaubwürdig als viel und hohl. Und immer bereit sein, konkrete Nachfragen zu beantworten.
Braucht man dafür eine spezialisierte Agentur?
Nicht zwingend – aber ESG-Kommunikation erfordert sowohl Nachhaltigkeits-Know-how als auch Kommunikationskompetenz. Eine Agentur, die beides verbindet, kann den Prozess deutlich beschleunigen und Fehler vermeiden. RAFFEINER REPUTATION bietet genau diese Kombination.
Sie wollen ESG als Stärke Ihrer Arbeitgebermarke positionieren? Kontaktieren Sie RAFFEINER REPUTATION für eine strategische Beratung an der Schnittstelle von ESG und Employer Branding.