Bevor eine Organisation ihre Kommunikation verbessern kann, muss sie wissen, wo sie steht. Ein Kommunikationsaudit liefert genau diese Bestandsaufnahme – systematisch, nachvollziehbar und ohne Beschönigung. Das Ergebnis ist kein Bauchgefühl, sondern eine dokumentierte Analyse, die zeigt, was funktioniert, was nicht funktioniert und wo die größten Lücken liegen.
Ein Kommunikationsaudit untersucht sämtliche Kommunikationsaktivitäten einer Organisation: Kanäle, Botschaften, Materialien, Prozesse und deren Wirkung auf die relevanten Bezugsgruppen. RAFFEINER REPUTATION setzt dabei auf einen mehrstufigen Prozess, der Dokumentenanalyse, qualitative Interviews, Kanalerhebung, Konsistenzprüfung und Wettbewerbsvergleich kombiniert. Erst diese Kombination ergibt ein vollständiges Bild.
Warum überhaupt ein Audit? Es ergänzt die Bezugsgruppenanalyse um eine operative Dimension. Weil die meisten Organisationen ihre Kommunikation über Jahre gewachsen haben – organisch, reaktiv, abhängig von Einzelpersonen. Was einmal funktioniert hat, läuft weiter, auch wenn sich Bezugsgruppen und Rahmenbedingungen längst verändert haben. Das Audit macht diese Diskrepanzen sichtbar.
Phase 1: Dokumentenanalyse
Am Anfang steht die Sichtung aller vorhandenen Kommunikationsmaterialien. Pressemitteilungen, Geschäftsberichte, Website-Inhalte, Social-Media-Auftritte, interne Rundschreiben, Präsentationen, Broschüren – alles, was die Organisation nach innen oder außen kommuniziert, wird gesammelt und systematisch ausgewertet.
Die Leitfragen dabei: Welche Botschaften werden transportiert? Sind sie konsistent über alle Kanäle hinweg? Welche Tonalität wird verwendet? Gibt es Widersprüche zwischen verschiedenen Materialien? Wie aktuell sind die Inhalte? Die Dokumentenanalyse zeigt oft, dass Organisationen drei verschiedene Versionen ihrer eigenen Geschichte erzählen – je nachdem, wer den Text geschrieben hat.
Weiterführend dazu empfiehlt sich PRVA - Public Relations Verband Austria.
RAFFEINER REPUTATION führt leitfadengestützte Gespräche mit drei Gruppen: der Führungsebene (Was ist die strategische Ausrichtung?), den Kommunikationsverantwortlichen (Wie wird operativ gearbeitet?) und ausgewählten externen Bezugsgruppen (Wie wird die Organisation wahrgenommen?).
Phase 2: Qualitative Interviews
Dokumente zeigen, was eine Organisation sagt. Interviews zeigen, was sie meint – und was ihre Bezugsgruppen davon wahrnehmen. RAFFEINER REPUTATION führt leitfadengestützte Gespräche mit drei Gruppen: der Führungsebene (Was ist die strategische Ausrichtung?), den Kommunikationsverantwortlichen (Wie wird operativ gearbeitet?) und ausgewählten externen Bezugsgruppen (Wie wird die Organisation wahrgenommen?).
Diese Gespräche sind kein Smalltalk. Sie folgen einem strukturierten Fragebogen, der sicherstellt, dass alle relevanten Themen abgedeckt werden. Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet, damit ehrliche Antworten möglich sind. In der Praxis offenbaren die Interviews regelmäßig eine Kluft zwischen Selbstbild und Fremdbild – und genau diese Kluft ist der Ausgangspunkt für jede strategische Verbesserung.
Phase 3: Kanalinventur
Welche Kanäle nutzt die Organisation? Wie werden sie bespielt? Und vor allem: Erreichen sie die richtigen Bezugsgruppen? Die Kanalinventur erfasst jeden aktiven Kommunikationskanal – von der Website über den LinkedIn-Auftritt bis zum internen Intranet, von der Pressearbeit über den Newsletter bis zur persönlichen Kommunikation auf Veranstaltungen.
Für jeden Kanal wird dokumentiert: Zielgruppe, Frequenz, Verantwortlichkeit, Ressourcenaufwand und – soweit messbar – Reichweite und Wirkung. Das Ergebnis ist oft ernüchternd: Viele Organisationen betreiben Kanäle, die niemand liest, während Kanäle mit hohem Potenzial vernachlässigt werden. Ein Instagram-Account mit dreißig Followern bindet Ressourcen, die in der Medienarbeit besser eingesetzt wären.
Einen branchenrelevanten Überblick liefert Wirtschaftskammer Österreich.
Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet, damit ehrliche Antworten möglich sind.
Phase 4: Konsistenzprüfung
Die Konsistenzprüfung ist das Herzstück des Audits. Sie untersucht, ob eine Organisation über alle Kanäle, Materialien und Sprecherinnen bzw. Sprecher hinweg eine einheitliche Geschichte erzählt. Stimmen die Kernbotschaften auf der Website mit denen in Pressemitteilungen überein? Sagt die Geschäftsführung in Interviews dasselbe wie die Fachabteilung auf Konferenzen? Passt das visuelle Erscheinungsbild zu den verbalen Botschaften?
Inkonsistenzen sind kein kosmetisches Problem. Sie untergraben Glaubwürdigkeit. Wenn eine Organisation sich auf der Website als transparent und offen positioniert, aber auf Medienanfragen nicht reagiert, entsteht ein Widerspruch, den Bezugsgruppen bemerken. Die Konsistenzprüfung macht solche Brüche sichtbar und dokumentiert sie.
Phase 5: Wettbewerbsvergleich
Kommunikation findet nicht im luftleeren Raum statt. Wie positionieren sich vergleichbare Organisationen? Welche Themen besetzen sie? Welche Kanäle nutzen sie? Der Wettbewerbsvergleich ordnet die eigene Kommunikation in den Branchenkontext ein.
Dabei geht es nicht darum, andere zu kopieren. Es geht darum, Lücken und Chancen zu erkennen. Wenn alle Wettbewerber ein bestimmtes Thema besetzen, die eigene Organisation aber nicht – ist das eine bewusste Entscheidung oder ein Versäumnis? Wenn ein Wettbewerber einen Kanal erfolgreich bespielt, den die eigene Organisation ignoriert – lohnt sich ein Einstieg? Der Vergleich liefert Orientierung, keine Handlungsanweisungen.
Ergänzend dazu informiert APA - Austria Presse Agentur.
Phase 6: Gap-Analyse und Empfehlungen
Alle Ergebnisse fließen in eine Gap-Analyse: Wo besteht die größte Diskrepanz zwischen Ist-Zustand und dem, was die Organisation strategisch erreichen will? Diese Lücken werden priorisiert – nach Dringlichkeit, Aufwand und erwarteter Wirkung.
Das Audit-Ergebnis ist ein konkreter Bericht mit Handlungsempfehlungen. Keine abstrakten Visionen, sondern klare Maßnahmen: Kanal X einstellen, weil er keine Bezugsgruppe erreicht. Kernbotschaften überarbeiten, weil sie inkonsistent sind. Interne Kommunikation stärken, weil Mitarbeitende nicht wissen, wofür die Organisation steht. Medienarbeit aufbauen, weil Earned Media bisher nicht stattfindet.
Was Klienten aus einem Audit lernen
Die häufigste Erkenntnis: „Wir haben viel mehr kommuniziert, als wir dachten – aber viel weniger, als wir sollten.” Organisationen unterschätzen regelmäßig den Umfang ihrer eigenen Kommunikation (es gibt mehr Kanäle und Materialien als angenommen) und überschätzen gleichzeitig deren Wirkung (die Botschaften kommen nicht an, wo sie ankommen sollen).
RAFFEINER REPUTATION hat die Erfahrung gemacht, dass ein Audit besonders dann wertvoll ist, wenn ein Führungswechsel stattfindet, eine strategische Neuausrichtung geplant ist oder eine Organisation schlicht das Gefühl hat, dass ihre Kommunikation nicht wirkt. Das Audit liefert die Faktenbasis – die Strategie baut darauf auf.
Ein Kommunikationsaudit ist kein Selbstzweck. Zusammen mit dem Positionierungsprozess und der Medienresonanzanalyse bildet es das methodische Fundament strategischer Kommunikationsberatung. Es ist der erste Schritt zu einer Kommunikation, die auf Analyse statt auf Annahmen basiert. Und dieser Unterschied entscheidet über Wirkung oder Leerlauf.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Kommunikationsaudit?
Je nach Größe der Organisation und Umfang der Kommunikationsaktivitäten dauert ein vollständiges Audit vier bis acht Wochen. Der größte Zeitfaktor sind die qualitativen Interviews, die koordiniert und ausgewertet werden müssen.
Die Kosten hängen vom Umfang ab – Anzahl der Kanäle, Anzahl der Interviews, Tiefe der Wettbewerbsanalyse.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kommunikationsaudit?
Vor einer strategischen Neuausrichtung, bei einem Führungswechsel, nach einer Krise oder wenn die Organisation das Gefühl hat, dass ihre Kommunikation nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Auch vor dem Start einer neuen Kommunikationsstrategie ist ein Audit die sinnvolle Grundlage.
Was kostet ein Kommunikationsaudit?
Die Kosten hängen vom Umfang ab – Anzahl der Kanäle, Anzahl der Interviews, Tiefe der Wettbewerbsanalyse. Ein fundiertes Audit für eine mittelgroße Organisation bewegt sich im Bereich weniger Beratertage bis hin zu einem mehrwöchigen Projekt.
Können wir ein Audit auch intern durchführen?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Interne Audits leiden unter dem eigenen blinden Fleck: Wer Teil der Organisation ist, sieht die eigenen Inkonsistenzen oft nicht. Der externe Blick einer Beratung bringt die nötige Distanz und methodische Erfahrung mit.
Vertiefen Sie das Thema: Bezugsgruppenanalyse als Methode sowie Der Positionierungsprozess bei Raffeiner Reputation.
Sie möchten wissen, wo Ihre Kommunikation steht? Kontaktieren Sie RAFFEINER REPUTATION für ein unverbindliches Erstgespräch über ein Kommunikationsaudit.