Ein Sport-Event dauert einen Tag. Die Kommunikation drumherum dauert Monate – wenn man es richtig macht. Viele Veranstalter in Österreich investieren alles in Organisation, Logistik und Teilnehmererlebnis, aber nur einen Bruchteil in die kommunikative Verwertung. Das Ergebnis: großartige Events, von denen außerhalb der Teilnehmerblase niemand erfährt. Das ist verschenktes Potenzial, denn jedes gut durchgeführte Sport- oder Outdoor-Event trägt Geschichten in sich, die weit über den Veranstaltungstag hinaus wirken können.
RAFFEINER REPUTATION arbeitet mit Akteuren im Sport- und Outdoorbereich – unter anderem im Umfeld des VSSÖ – und beobachtet: Die Lücke liegt selten im Event selbst, sondern in der fehlenden Kommunikationsstrategie, die das Event als Anlass für Medienarbeit, Content-Produktion und Markenpositionierung begreift. Ein Trailrun in den Tiroler Alpen, ein Bikefestival im Salzkammergut, ein Kletterwettbewerb in Wien — all das sind Kommunikationsanlässe, die auch mit Sponsoring-Aktivierung bei Sport-Events systematisch bespielt werden wollen.
Der Schlüssel liegt in der Dreiteilung: Vor dem Event, während des Events, nach dem Event. Jede Phase hat eigene Aufgaben, eigene Kanäle und eigene Ziele. Wer alle drei Phasen bespielt, vervielfacht die Wirkung seines Events.
Vor dem Event: Spannung aufbauen, Medien vorbereiten
Die Kommunikation beginnt Wochen, besser Monate vor dem Event. In dieser Phase geht es um zwei Dinge: Teilnehmer gewinnen und Medieninteresse wecken.
Teilnehmerakquise ist im Breitensport vor allem ein digitales Thema. Social Media, Newsletter, Community-Plattformen – hier werden Läufer, Radfahrerinnen und Outdoor-Sportler erreicht. Der Inhalt muss Vorfreude erzeugen: Streckenvideos, Teilnehmerinterviews aus dem Vorjahr, Trainingstipps, Countdowns. Nicht Werbung, sondern Content, der die Zielgruppe aktiviert.
Vertiefende Informationen dazu bietet Wirtschaftsagentur Wien.
Medienarbeit vor dem Event, vergleichbar mit den Grundsätzen der Event-PR und der Veranstaltung als Medienthema, konzentriert sich auf die Story hinter dem Event. Welche Geschichte erzählt diese Veranstaltung? Ein neuer Streckenrekord, ein besonderer Austragungsort, eine ungewöhnliche Disziplin, ein gesellschaftliches Thema – Medien brauchen einen Aufhänger, der über „Es findet ein Sportfest statt” hinausgeht.
Der Inhalt muss Vorfreude erzeugen: Streckenvideos, Teilnehmerinterviews aus dem Vorjahr, Trainingstipps, Countdowns.
Presseinformationen sollten frühzeitig verschickt werden – inklusive Bildmaterial, Hintergrundinformationen und dem Angebot für Vorab-Interviews. Lokale Medien brauchen den regionalen Bezug. Nationale Sportredaktionen brauchen das Besondere. Fachmedien im Outdoor-Bereich brauchen die Tiefe. Drei Zielgruppen, drei Ansprachen.
Die Akkreditierung von Journalistinnen und Fotografen gehört ebenfalls in diese Phase. Wer Medienvertreter professionell einlädt – mit klaren Informationen zu Zugang, Zeitplan und Ansprechpartnern –, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich kommen.
Während des Events: Live-Kommunikation und Content-Produktion
Am Veranstaltungstag zählt Geschwindigkeit. Live-Berichterstattung auf Social Media – Fotos, kurze Videos, Ergebnis-Updates – hält die Community in Echtzeit am Laufenden. Dafür braucht es personelle Ressourcen. Ein Eventmanager, der gleichzeitig Instagram-Stories postet, macht beides halbherzig. Content-Produktion am Event-Tag ist eine eigene Aufgabe.
Fotografie und Video sollten professionell sein. Smartphones reichen für Stories, aber für die langfristige Verwertung – Pressebilder, Website, Sponsorenberichte – braucht es Qualität. Ein Fotograf, der das Briefing kennt, liefert Bilder, die erzählen. Ein Fotograf ohne Briefing liefert Zieleinläufe und Gruppenbilder – das reicht nicht.
Weitere Perspektiven dazu finden sich bei APA - Austria Presse Agentur.
Sponsoren sichtbar machen ist am Event-Tag ein konkretes Versprechen. Welche Marken sind wie präsent? Wo stehen die Logos? Wie werden Sponsoren in der Live-Kommunikation erwähnt? Hier braucht es einen Plan, keine Improvisation. Sponsoren, die sich gut repräsentiert fühlen, kommen wieder. Sponsoren, die ihre Logos auf Fotos suchen müssen, nicht.
Hier entscheidet sich, ob das Event eine Eintagsfliege bleibt oder nachhaltig wirkt.
Medienbetreeung vor Ort bedeutet: Pressebereich einrichten, Ergebnisse zeitnah liefern, Interviewpartner bereitstellen. RAFFEINER REPUTATION empfiehlt einen dezidierten Medienverantwortlichen am Event-Tag, der als Ansprechperson für Journalisten fungiert und den Überblick behält.
Nach dem Event: Geschichten weiterzählen
Der Tag nach dem Event ist kommunikativ der wichtigste – und der am häufigsten vernachlässigte. Hier entscheidet sich, ob das Event eine Eintagsfliege bleibt oder nachhaltig wirkt.
Nachberichterstattung für Medien sollte am Tag nach dem Event verfügbar sein: Ergebnisse, Teilnehmerzahlen, Zitate, hochauflösende Bilder. Je schneller und vollständiger dieses Paket ist, desto wahrscheinlicher die Berichterstattung. Redaktionen, die am Montagmorgen alles auf dem Tisch haben, bringen den Bericht. Redaktionen, die nachfragen müssen, bringen ihn vielleicht nicht.
Einen branchenrelevanten Überblick liefert OTS - Original Text Service.
Storytelling geht über den Ergebnisbericht hinaus. Die persönliche Geschichte der Finisherin, die zum ersten Mal einen Halbmarathon gelaufen ist. Der Volunteer, der seit zehn Jahren dabei ist. Die Gemeinde, die das Event als Wirtschaftsfaktor entdeckt hat. Diese Geschichten funktionieren auf der Website, in Newslettern, auf Social Media – und sie machen das Event menschlich.
Sponsorenreporting verdient eigene Aufmerksamkeit. Ein professioneller Bericht für Sponsoren – mit Reichweitendaten, Medienclippings, Social-Media-Auswertung und Bildmaterial – zeigt den Wert des Sponsorings. Wer Sponsoren nach dem Event allein lässt, verliert sie vor dem nächsten.
Influencer und Content Creators einbinden
Im Sport- und Outdoorbereich sind Influencer und Content Creators ein relevanter Kanal – aber nur, wenn die Zusammenarbeit durchdacht ist. Nicht jeder Account mit vielen Followern passt zum Event. Die Passgenauigkeit zwischen Creator und Veranstaltung entscheidet über Glaubwürdigkeit.
Was funktioniert: Athletinnen und Outdoorsportler mit echtem Bezug zur Disziplin einladen, ihnen Zugang hinter die Kulissen gewähren und die Content-Produktion in ihren eigenen Händen lassen. Authentizität entsteht, wenn der Creator das Event wirklich erlebt – nicht, wenn er ein Briefing abliest.
Ergänzend dazu informiert Österreichischer Journalisten Club.
Was nicht funktioniert: Bezahlte Posts ohne Bezug zum Event. Die Outdoor-Community ist klein genug, um Inszenierung sofort zu durchschauen.
Lokal vs. national: Zwei Medienstrategien
Sport-Events in Österreich haben oft eine starke lokale Verankerung. Der Gemeindebezug, die regionale Wirtschaftswirkung, die Vereinstradition – das interessiert lokale Medien. Nationale Medien interessieren sich für anderes: Spitzenleistungen, prominente Teilnehmer, ungewöhnliche Formate, gesellschaftliche Relevanz.
Diese Unterscheidung muss sich in der Medienarbeit widerspiegeln. Die Lokalzeitung bekommt die Geschichte des Bürgermeisters, der den Startschuss gibt. Der ORF-Sportredaktion schreibt man über den Streckenrekord. Das Outdoor-Fachmagazin erhält den Hintergrundbericht zur Streckenplanung. Eine Pressemitteilung für alle ist keine Strategie – sie ist der Verzicht darauf. Mehr zu professioneller Medienarbeit finden Sie auf unserer Expertise-Seite.
Vertiefen Sie das Thema: Sporttourismus und Events in der Medienarbeit sowie Sponsoring-Aktivierung bei Sport-Events.
Sport-Events in Österreich haben oft eine starke lokale Verankerung.
Häufige Fragen
Wie früh sollte die Eventkommunikation beginnen?
Mindestens drei Monate vor dem Event, für größere Veranstaltungen sechs Monate oder mehr. Die Vorlaufzeit wird für Medienkooperationen, Akkreditierungen, Teilnehmerakquise und Content-Planung benötigt. Wer zwei Wochen vorher anfängt, hat die wichtigsten Chancen bereits verpasst.
Braucht jedes Sportevent Influencer-Marketing?
Nein. Influencer-Kooperationen lohnen sich, wenn die Zielgruppe über Social Media erreichbar ist und wenn ein authentischer Bezug zwischen Creator und Event besteht. Für ein regionales Vereinsturnier ist der Bericht in der Lokalzeitung wirksamer als ein Instagram-Posting. Die Kanalwahl muss zum Event passen.
Wie mache ich Sponsoren glücklich?
Durch drei Dinge: vorherige Absprache zur Sichtbarkeit, professionelle Umsetzung am Event-Tag und einen detaillierten Nachbericht mit Daten und Bildern. Sponsoren investieren in Reichweite und Reputation – beides müssen Sie nachweisen können. Wer das liefert, baut langfristige Partnerschaften auf.
Was gehört in ein Medienpaket für Sportevents?
Pressetext mit den wichtigsten Fakten, Hintergrundinformationen zur Geschichte des Events, hochauflösendes Bildmaterial (mindestens fünf verschiedene Motive), Zitate von Verantwortlichen und Teilnehmern, Kontaktdaten der Pressestelle und – am Tag danach – Ergebnisse und aktuelle Bilder.
Wie nutze ich ein Event für die Markenpositionierung meiner Region?
Indem Sie das Event in die Gesamtkommunikation der Region einbetten. Das Event wird Teil der Destinationserzählung: „Diese Region steht für Outdoor-Sport.” Dafür muss die Kommunikation des Events mit dem Destinationsmarketing abgestimmt sein – gleiche Bildsprache, gemeinsame Botschaften, geteilte Kanäle.
Ihr nächstes Sport- oder Outdoor-Event verdient mehr als einen Ergebnisbericht? Kontaktieren Sie RAFFEINER REPUTATION – wir entwickeln Kommunikationsstrategien, die vor, während und nach dem Event wirken.